Trost der Nacht:

 

Unendlich erhaben, in hehrer Tracht,
So leuchtet ihr Sternlein in schweigender Nacht!
Wie einsam im weiten, weiten Raum
Hinschwebt Frau Luno, ein goldener Traum!

Oh, welch ein Hauch der Ewigkeit
Weht tröstend in mein Erdenleid!
Wie Balsam strömt des Himmels Ruh
Den müden Menschenherzen zu!

Der Schöpfung Hoheit, die ich sehe
Verkündet mir des Herrgotts Nähe!
All Erdenangst ist am Zerrinnen,
Schon fühl´ ich Kraft, neu zu beginnen!

Gib, Höchster, daß ich ganz gesunde
Im Schimmer dieser lichten Stunde!
Oh, laß mich flieh´n aus dunklem Tal
Im Geiste dort zum Himmelssaal!

Den Engeln gleich möcht´ ich entschweben,
Im Vorgefühl vom ew´gen Leben,
Im Leuchten goldener Sternenpracht,
Hinein in dieser heil´gen Nacht!

G. Kirchner