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Günther Kirchner    


Günther Kirchner wurde am 26.08.1898 in Bremerhaven geboren. Sein Vater Heinrich Kirchner war Kapitän bei der Nord-Deutschen-Lloyd und starb am 14.01.1911 im Alter von 53 Jahren. Seine Mutter Helene Kirchner, geb. von Wittgenstein, starb im gleichen Jahr, 3 Tage vor ihrem Mann mit 45 Jahren. Er hatte zwei jüngere Brüder, Herbert (1901 – 1952) und Heinrich (1904 – 1958). Nach dem frühen Tod der Eltern wurden die drei Brüder von ihrem Onkel Johannes Kirchner und dessen Ehefrau aufgenommen. Der Onkel war Pastor in Breslau, ab 1917 an der Kirche St. Andreas in Braunschweig.

Günther Kirchner kam am 01.06.1939 als Lehrer an die Delligser Volksschule. Besondere Freude hatte er an dem Fach Musik, er spielte Akkordeon und Gitarre und sang viel mit seinen Schülern. So sagt man, dass man bei ihm mehr gesungen als gelernt habe. Er besaß als erster ein Tonbandgerät, worauf er immer sehr stolz war. Für den Religionsunterricht bereitete es damit Hörspiele vor. Im Ort war er so eine Art Original.  Herr Kirchner wohnte in der Hilsstraße 49, dem alten Stammhaus der Tischlerei Wolff. Seine Wohnung lag im 1. Stock. Diese konnte er nur über eine schmale und steile Treppe erreichen. Da er sehr korpulent war, war dies für ihn nicht immer einfach. Zur Toilette musste er, wie es damals üblich war, über den Hof. Herr Kirchner war als Junge Soldat im 1. Weltkrieg. Dabei wurde er verschüttet, aber gerettet. Hieraus rührt auch seine Angst vor Enge und plötzlicher Dunkelheit.

  

Bild: Kirchners letzter Geburtstag 1966 im Kreise seiner Kollegen:

Adolf Munnecke, Wilfried Schneider, Helmut Nord, Günther Kirchner, Konrad Hunold. 


Günther Kirchner war nicht verheiratet. Aber durch seine Gedichte und Lieder, hier vor allem Schlager, betete er die Frauen an. Er hat mehr als 30 Lieder getextet und vertont. Hierzu gehört das heute noch gern gesungene „Mein Delligsen“. Es entstand im Mai 1947.

Ebenfalls stammt das „Kaierder Heimatlied“ aus seiner Feder von Günther Kirchner. In Zusammenarbeit mit Chorleiter Pachaly entstand 1952 „Sei mir gegrüßt“ (Willkommen, du herrlicher Mai) und 1954 das Lied „Muttertag“.

Als Lehrer unterrichtete er bis etwa 1960/61. Etwa 1963 wurde er auf der Schulstraße von einem Motorrad angefahren und im Gesicht verletzt, wovon er sich nur langsam erholte. 1964 hatte er einen Schlaganfall und musste einige Zeit in einem Pflegeheim in Eschershausen leben. Kam aber bald wieder nach Delligsen. Seit dem konnte er die Wohnungstreppe nur noch rückwärts hinabsteigen. Er starb am 03. März 1967 und wurde am 08. März auf dem Delligser Friedhof beigesetzt. Auf der Grabplatte sind folgende Worte als Randbegrenzung eingehauen:
„WO HILS UND ITH SICH FINDEN DER SCHÖPPFUNG SCHÖNHEIT KÜNDEN ICH EINST MEIN GLÜCKE FAND  MEIN DELLIGSEN IM TAL  DICH GRÜSS ICH TAUSENDMAL“
 

Nach Ablauf der Ruhefrist für die Grabstätte wurde die Grabplatte vor der Mauer an der Friedhofskapelle auf dem Delligsen Friedhof verlegt und erhalten.

  

Liste der Kirchnerlieder:

1. Mein Delligsen

2. Kaierder Heimatlied

3. Schrecken der Nacht (Vers 1 + 2)

4. Auf in den sonnigen Frühlingstag

5. Der Minirock

6. das Petticoatchen

7. Maientanz

8. Jägertanz

9. Frühlingszauber

10. Engelschor: Fahrt des heilgen Paares nach Bethlehem!

11. Erika, das Frühlingskind

12. Schlagerlied: Ruth

13. An die Ersehnte

14. Frühlingsfahrt

15. Reigen der Höhlenjungfrauen

16. Weihnachtszauber

17. Rübezahl als Jüngling

18. Erntetanz

19. Trost der Nacht

20. Wiegenlied

21. Muttertag

22. Gandersheim

23. Schlagerlied: Monika

24. Schlagerlied: Christa

25. Fußballlied

26. Jubiläums-Hymne

27. Sängergruß vom Hils

28. Kindergarten-Tänzchen

29. Hochzeitslied

30. Sei mir gegrüßt

31. Sängergruß 

32. Mein Grünenplan

33. Walzer: An Lore