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Kaierder Hymne:


WiIlst du leben frei von Sorgen, sieh die Welt nicht trüb und grau,
hei, so warte nicht bis morgen, geh zur Kaierder Bergesau.
Find´st zwar hier nicht rheinische Reben, die da tragen gold´nen Wein,

Berge, Sonne, Licht und Leben laden dich zum kosten ein.

Herdenglocken, hold die tönen, wähnen dich in Himmels Näh‘,
und ihr Laut kann dich versöhnen mit des Lebens Ach und Weh.
Siehst die Blumen freudig sprießen, überall des Schöpfers Macht,
und dein Herz muß sich ergießen all in diese Zauberpracht.

Tiefe Täler, grüne Matten, lausch‘ge Plätzchen sonder Zahl
bieten Ruhe dir und Schatten, kürzen dir des Weges Qual.
Bist auf steiler Bergeshöhe eingenickt zu süßem Sein,
lauschen Rehlein in der Nähe, Quellen rauschen froh dich ein.

Wo ein Lied in aller Munde, das von Heimatliebe singt,
während doch in weiter Runde jeder schwer um´s Seine ringt.
Wo das Land in weißer Narbe, tief durchmischt mit Felsgestein,
jeder Halm wie jede Garbe, muß ihm abgerungen sein.

Kaierde, du Freudenbrunnen, stets will ich gedenken dein.
Gabst den Herzen reinste Wonne, wieder seinen Sonnenschein.
Lenk´ zu dir ich einst die Schritte, leucht mir deines Himmels blau,
und zu ihm steigt meine Bitte: Schirm dich Gott, du Bergesau.

Text: Gustav von Staedel
Melodie: mündlich überliefert